lost my heart in marsabit
Denn wie soll ich das Gefühl beschreiben das man hat wenn man ganz oben auf dem LKW sitzt, durchs Land fährt, die Haare im Wind, atemberaubend schöne Landschaft im Blick...?
Oder die Friedlichkeit die eine Herde Kamele ausstrahlt? Oder die offenheit der Menschen und vor allem die der Kinder?
Unser erstes Projekt war in Laisamis. Ein befreundeter Pastor wird dort demnächst seine Arbeit beginnen und unsere Aufgabe war es nun das seit Jahren leerstehende Pastorenhaus, das umliegende Gelände und die Kirche zu renovieren. Wir Mädels haben hauptsächlich die Anstreicharbeiten gemacht and it was Fun! Für die Kinder in der Umgebung war das Ganze ziemlich spannend sie konnten stundenland an den Fenstern stehen und zuschauen wie drinnen gearbeitet wurde. Und da nur wenige von ihnen englisch konnten, war es für uns eine gute Gelegenheit unser Suaheli zu verbessern.
Wir Mädels haben meistens oben auf dem LKW geschlafen. Erstens war es dort nicht zu warm, zweitens gab es durch den Wind nicht so viele Mosquitos und drittens konnte man über sich einfach nur den wunderschönen Sternenhimmel betrachten... Unzählige Sternschnuppen haben wir gesehen und morgens weckten uns die Sonnenstrahlen immer pünktlich um 6:30Uhr.
Ein Höhepunkt war für mich, dass Anna und Ilona uns besuchen kamen. Es war so schön sie wieder zu sehen... Und vom ersten Augenblick an war es so als häten wir uns gestern das letzte Mal gesehen.. Und die sechs Tage die sie dort oben im Norden mit uns verbrachten waren sehr intensiv und sehr schön.Unsere FReundschaften sind auf jeden Fall gestärkt worden und die beiden können jetzt auch viel besser nachvollziehen wovon wir reden wenn wir was erzählen.
Mein Geburtstag fing eigentlich schon in der Nacht an - oben auf dem LKW hab ich die GEschenke ausgepackt die die Mädels von allen möglichen Leuten mitgebracht haben - hier nochmal ein DANKESCHÖN an jeden der an mich gedacht hat. Der Tag war ziemlich normal - wir hatten viel zu arbeiten aber Abends bekam ich eine kenianische Tradition zu GEburtstagen ganz deutlich zu spüren. Die Kenianer sprechen "Birthday" oft wie "Bathday" also Badetag aus und dementsprechend werden die Geburtstagskinder gewaschen - quasi wie ne Wasserschlacht auf nur eine Person.
Das zweite Projekt war in Log-Logo, ca 50km weiter. Dort wohnt Eva Ziegler, eine Ärztin mit der ich im Dezember schon mal im Norden unterwegs war. Bei ihr bauten wir eine Gartenlaube, wechselten die Moskitonetze in ihrem Haus und renovierten das Haus für die Krankenschwester.
In Log Logo gibt es eine Gruppe von Frauen die Merigo-Women-Group, sie haben auf einem Grundstück Bäume gepflanzt und Hütten im traditionellen Stil gebaut die sie als Gästehäuser anbieten. Sie haben die ganze Woche für uns gekocht und sich wirklich lieb um uns gekümmert. Ich war total begeistert- was diese Frauen dort alles aus eigeninitiative aufgebaut haben... Sie bieten sogar eine Schule für die Kinder an, die den ganzen Tag mit den Ziegen unterwegs sind oder für Erwachsene die nie zur Schule gegangen sind... an einem Nachmittag haben sie uns ihren traditionellen Tänze vorgeführt - es war echt klasse...Beim Arbeiten haben die Jugendlichen aus der Gemeinde richtig gut mitgearbeitet und waren uns ne große Hilfe. Und im gegensatz dazu wie man das von deutschen Baustellen kennt haben die Kerle hier während der Arbeit die ganze Zeit gesungen - es war besser als jedes Radio.
Es ist nicht möglich alles in Worte zu fassen was wir erlebt haben - aber es war eine unbeschreiblich schöne Zeit. auch wenn es manchmal hart war - es gab nur Plumsklos, geduscht wurde immer aus dem Eimer, es gab viele Insekten, Scorpione und auch Schlangen... ich bin Gott unendlich dankbar.
Die Fröhlichkeit der Menschen, ihre Bereitschaft zu teilen, ihre Offenheit, die Schönheit der Landschaft, die anderen Gerüche...und noch viel mehr werd ich nie vergessen...
Und schon jetzt weiß ich, dass ein Teil von mir immer noch dort oben im Norden, in Marsabit ist.
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