Wie im Märchen
Denn schon am zweiten Tag machten sich die Schwierigkeiten bemerkbar, die einfach da sind wenn man sich nach so einer langen Trennung wieder zusammenfinden muss. Wir waren zusammen und doch meilenweit voneinander entfernt. Es war schwer. Ich fühlte mich den Erwartungen meiner neuen Freunde ausgesetzt die Mario nun zum ersten mal sahen, Mario, der so ungewohnt still war weil er sich in der neuen Kultur nicht auskannte und auch seine Zeit brauchte meine Freunde kennenzulernen. Mario, der sonst immer der Starke war, der immer Bescheid wusste und nun so verunsichert schien. Wenig Zeit füereinander weil immer etwas zu tun war...
Und so machten wir uns auf den Weg nach Marsabit. Auch dort waren die ersten Tage noch schwer. David teilte uns (wohl mit weiser vorraussicht) zusammen zum arbeiten ein. Und während wir so zusammen Löcher bohrten und Gardinenstangen aufhängten fanden wir irgendwie wieder zueinander. Wir haben viel geredet, gebetet und wieder mal gelernt dass Liebe mehr auf Entscheidung als auf Gefühlen basiert. Ich bin Gott so wahnsinnig dankbar für diese Erfahrung.
Die Zeit in LogLogo war gut. Zusammen mit David meinen Eltern und Mario arbeiteten wir an dem Haus von Anna (AIM Missionarin) und erlebten gute und schwierige Tage.
Die schwierigeren Tage waren geprägt davon dass kein Wasser da war. Wir erlebten mit womit die Missionare vor Ort immer wieder zu kämpfen haben, zwischenmenschliche und zwischenkulturelle Probleme... Doch auf der anderen Seite zu sehen wie glücklich die Menschen teilweise ob der Armut sind, diese Einfachheit und das echte Lachen - es ist für mich immer wieder ein eindrucksvolles Erlebnis dort im Norden zu sein.
Von Log Logo gings für uns weiter nach Ngurnit wo wir Freunde von David, eine Samburu - Familie besuchten. In den Bergen von Ngurnit fließt ein Bach und durch viele Steine ergeben sich immer wieder natürliche „Pools“ mit Wasserfällen. Dort verbrachten wir ein paar erfrischende Stunden. Man kann echt immer wieder nur Straunen über Gottes tolle Natur.
Von Ngurnit ging es am nächsten Morgen weiter über Barsaloi (wo die „Weiße Maasai“ 4 Jahre lebte) und Maralal zum Lake Baringo. Die Fahrt durch die wunderschöne Natur war einfach unbeschreiblich schön. In Baringo angekommen musste schnell das Zelt aufgebaut und Esen vorbereitet werden da es schon dunkel wurde. Immer wieder ließen die im See lebenden Nielpferde ihr Schnauben ertönen und Nachts liefen sie um unser Zelt herum – schon ein komisches Gefühl :-)
Am nächsten Tag gabs erstmal eine Bootstour über den See und nach einem tollen Frühstück gings dann weiter richtung Ngechek. Unterwegs war eine Brücke nicht passierbar und so mussten wir durch den Fluss mit dem Auto fahren. Ein junger Kenianer lief vor uns her und zeigte uns den Weg, dass wir nicht in die Strömung gerieten.
In Ngechek angekommen wurden wir von Ruth ganz herzlich begrüßt (Ich hatte sie bei einem früheren Besuch und auf unserem Retreat kennengelernt und es war schön sie wiederzusehen) und es gab erstmal wieder ein tolles Abendessen. Abends war Movienight und David Mario und ich gesellten uns zu den anderen Teammembern.
Am nächsten Tag gings nach einem Rundgang auf station weiter nach Tinderet. Tinderet ist eine weitere Station von DIGUNA wo wir ein Kinderheim haben. Sie liegt ca 2 Stunden von Ngechek entfernt, doch wir brauchten ein wenig länger.
In Tinderet gabs natürlich auch ne Stationsrundführung, ein leckeres Abendessen und dann verbrachten wir den Abend vorm Kamin im Gästehaus – sehr gemütlich.
Der nächste Tag war geprägt von schlechten straßen, geruckel und geholpere und wir waren froh als wir am späten Nachmittag im Tsavo East Nationalpark ankamen.
Idhoro, ein Ex –Digunese und guter Freund von mir arbeitet dort und wartete schon am Eingang auf uns. Zusammen machten wir uns auf den Weg durch den Park um noch ein paar Tiere zu sehen.
Es dauerte nicht lange, da liefen uns die ersten Elefanten über den weg. Giraffen, Gazellen, Zebras usw haben wir auch gesehen. Abends gings zum camp –platz wo wir unser Lager aufschlugen. Doch es gab nicht genügend Feuerholz. Kurzerhand namen wir Elefantenmist, der dort buchstäblich „Haufenweise“ rumlag – brannte gar nicht mal so schlecht – und unsere Würstchen und Folienkartoffeln hatten ein ganz eigenes Aroma :-)
Am nächsten Tag verfuhren wir fast 400km im Park – es war ein einmaliges erlebniss... wirklich empfehlenswert. Krokodile, Nielpferde, Büffel, Strauße, Löwen, Warzenschweine, Geparden... Klettern auf Felsen, wunderschöne Landschaft... der Tsavo East Park ist in jedem Fall eine Reise wert.
Viel zu schnell verging der Tag und wir mussten uns von Idhoro verabschieden um nach Mombasa aufzubrechen.
Dort hatten wir ein schönes Haus für unsere letzten fünf Tage gemietet. Wunderschön. Die letzten Tage waren wirklich zum ausruhen am pool oder spazierengehen am Strand, wir hatten einfach ne super Zeit mit guten Gesprächen und viel Zeit die Erlebnisse der reise zu verarbeiten.
Ich bin Gott sehr dankbar für die Zeit die ich mit meinen Eltern, David und Mario verbringen durfte. Es war sehr wichtig für mich dass meine Leute das alles hier sehen, damit sie mich besser verstehen wenn ich wieder zurück komme. Und in jeder Beziehung hat mir die Reise gut getan... ich kann einfach nur DANKE sagen

unsere Tour durch Kenya
Kommentare
i love, love, looooove reading what u write :)
i'm going to check out the pics of the trip now - i'm sooo excited and i kinda get itchy feet ;)
luv ya!